Ergebnisse der Studie „Übertragungsfokussierte Psychotherapie im stationären Setting bei BPD“

Übertragungsfokussierte Psychotherapie im stationären Setting bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen: Veränderungen der Symptomatik

Res Psychother. 2025, 28(1):810.
doi: 10.4081/ripppo.2025.810.

Autoren: Torvi Abel, Moritz Happel, Franca Daerr, Carsten Spitzer, Cord Benecke, Birger Dulz

Zusammenfassung

Diese prospektive, naturalistische Längsschnittstudie untersuchte Veränderungen borderline-spezifischer Symptome im Rahmen einer sechsmonatigen, manualisierten stationären Behandlung mit Übertragungsfokussierter Psychotherapie (TFP) bei Patientinnen und Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS). Die Ergebnisse wurden mit einer Wartelisten-Kontrollgruppe verglichen.

Insgesamt erhielten 74 Patientinnen und Patienten mit BPS eine TFP-Behandlung in einem multiprofessionellen stationären Setting. Von diesen bildeten 27 Personen die Wartelisten-Kontrollgruppe. Einunddreißig Patientinnen und Patienten schlossen die sechsmonatige Behandlung vollständig ab.

Die borderline-spezifische Symptomatik wurde mithilfe der Borderline Symptom List (BSL-23) zu mehreren Zeitpunkten erfasst: vor Behandlungsbeginn (bei der Wartelisten-Kontrollgruppe), zu Beginn der Therapie, nach drei Monaten sowie am Ende der sechsmonatigen Behandlung.

Die Ergebnisse zeigten einen signifikanten Rückgang der BSL-23-Werte vom Beginn bis zum Ende des stationären Therapieprogramms. Die Effektstärke lag im mittleren Bereich (Cohen’s d = 0,54). In der Wartelisten-Kontrollgruppe zeigte sich hingegen keine Veränderung der Symptomatik.

Die Befunde sprechen dafür, dass eine stationäre Behandlung mit TFP wirksam zur Reduktion borderline-spezifischer Symptome beiträgt. Dabei scheint die Dauer der Behandlung ein bedeutsamer Wirkfaktor zu sein.

Zukünftige Untersuchungen sollen Veränderungen spezifischer psychodynamischer Merkmale sowie Ergebnisse von Follow-up-Messungen analysieren.

Klinische Bedeutung

  • Erste prospektive Untersuchung einer sechsmonatigen stationären TFP-Behandlung mit Kontrollgruppe.
  • Signifikante Verbesserung der Borderline-Symptomatik.
  • Mittlere Effektstärke (d = 0,54).
  • Keine Verbesserung in der Wartelisten-Kontrollgruppe.
  • Die Ergebnisse unterstützen den Einsatz von TFP auch im stationären Setting.
  • Die Befunde legen nahe, dass eine ausreichend lange Behandlungsdauer für den Therapieerfolg wichtig ist.

Die Originalstudie ist kostenfrei (open access) hier als HTML zu finden oder kann hier frei als PDF herunter geladen werden:

Abel, T., Happel, M., Daerr, F., Spitzer, C., Benecke, C., & Dulz, B. (2025). Transference-focused psychotherapy in an inpatient setting for borderline personality disorders: changes in symptomatology. Research in psychotherapy (Milano)28(1), 810. https://doi.org/10.4081/ripppo.2025.810

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